Ersatzprogramm 2022

Erinnerung an Messiaen´s Quartett trotz Festival-Absage

 

Trotz des Ausfalls der diesjährigen Internationalen Messiaen-Tage Görlitz-Zgorzelec möchten wir rund um den 15. Januar, den Jahrestag der Uraufführung des „Quatuor pour la fin du temps“, an den Kern des Festivals erinnern.

 

So sollen in einem Online-Veranstaltungsblock am Donnerstag, den 13. Januar, Olivier Messiaen und seine Musik im Kontext politischer und gesellschaftlicher Geschehnisse und Perspektiven des 20. Jahrhunderts in den Fokus genommen werden.

 

Während Dr. Anna Schürmer von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg insbesondere Olivier Messiaens Rezeption von Vogelstimmen unter diesem Gesichtspunkt in Augenschein nimmt, wirft Dr. Bledar Kondi, ebenfalls Dozent an der MLU Halle-Wittenberg, einen musikanalytischen Blick auf jene ebenso farben- wie klangreichen Vogelwelten Messiaens. Im dritten Vortrag, welcher im Rahmen der Ringvorlesung ›1918-1946: Musik zwischen Pluralisierung und Politisierung‹ (Prof. Dr. Yvonne Wasserloos und Volker Ahmels, Zentrum für Verfemte Musik) der Hochschule für Musik und Theater Rostock stattfindet, wird Prof. Dr. Stefan Keym von der Universität Leipzig über die politische Implikation von Olivier Messiaens in Musik ausgedrückter weltanschaulicher Haltung referieren.

 

Sie sind herzlich eingeladen, sich im Anschluss an die jeweiligen Vorträge mit Diskussionsbeiträgen zu beteiligen.

 

Die Idee zu diesem Veranstaltungsblock entstand aus den Planungen einer Studienfahrt zum Festival in Zusammenarbeit mit der Institutsgruppe Musikwissenschaft der MLU Halle-Wittenberg.

 

15.30 – 17 Uhr
Dr. Anna Schürmer & Dr. Bledar Kondi
Zugang:
https://us06web.zoom.us/j/89328689957?pwd=d1p0Nmh5VGh3M1U4V2k0bTBHTDZEdz09

 

17.15 – 18.45 Uhr
Prof. Dr. Stefan Keym
Zugang:
https://zoom.us/j/99145530348?pwd=UWFrZTFtVEQ5dGJJRm16aE1yN2hydz09

 

 

Außerdem laden am Samstag, den 15. Januar, zum 81. Jubiläum des ›Quartetts‹, zwei katholische Kirchen auf beiden Seiten der Neiße ein zu jeweils einer Andacht mit Filmvorführung. So ist um 17 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche in Görlitz und um 18.30 Uhr in der Bonifatiuskirche in Zgorzelec das ›Quartett auf das Ende der Zeit‹ von Olivier Messiaen in Form der Filmproduktion von Accentus Music für Arte mit einem erlesenen Ensemble aus Messiaen-Schüler Pierre-Laurent Aimard (Klavier), Jean-Guihen Queyras (Violoncello), Isabelle Faust (Violine) und Jörg Widmann (Klarinette) zu erleben.

 

Die Dokumentation zum Dreh dieser Aufführung am historischen Ort der Entstehung des Werkes können Sie hier anschauen.

 

 

Zudem wird am Sonntag, den 16. Januar, um 11.30 Uhr im Radioformat ›Sonntagsspaziergang‹ des Deutschlandfunk eine Sendung mit dem Künstlerischen Leiter der Messiaen-Tage Samuel Wagner, der Geschäftsleiterin des Meetingpoint Music Messiaen e.V. Alexandra Grochowski und dem Vorstandspräsidenten des Vereins Frank Seibel ausgestrahlt. Gemeinsam mit Journalist Michael Ernst sprechen sie während ihres Spaziergangs über die Gedenkstätte Stalag VIII A über die grenzüberschreitende Gedenkarbeit des Vereins und der Stiftung Erinnerung, Bildung, Kultur, über Olivier Messiaens Kriegsgefangenschaft an diesem Ort und die Entstehung des »Quartetts«.

 

In diesem kleinen Rahmen möchten wir somit an Olivier Messiaen, die Uraufführung seines Quartetts und an 120.000 Kriegsgefangene, die von 1939 bis 1945 in Görlitz als Zwangsarbeiter unter widrigen Lebensbedingungen ausgebeutet wurden und von denen mehr als 10.000 die Gefangenschaft mit dem Tod bezahlten, erinnern.

Die Vortragsinhalte des Online-Veranstaltungsblocks sowie die Zugangslinks zu den entsprechenden Zoom-Sitzungen finden Sie hier.

 

Alle Veranstaltungen, Einlassregeln und Abstandsregeln erfolgen gemäß der zum Veranstaltungszeitpunkt gültigen Corona-Verordnungen.