Im Zeichen des Regenbogens

Steffen Gaitzsch

Steffen Gaitzsch, geboren 1954, war nach dem Studium an der Dresdner  Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ bei Prof. Gustav Schmahl zunächst als 1. Konzertmeister am Theater der Altmark in Stendal tätig. In dieser Zeit begann die bis heute andauernde Zusammenarbeit mit dem Komponisten Frank Petzold, in deren Folge sowohl verschiedene kammermusikalische Werke als auch ein Violinkonzert entstanden und uraufgeführt wurden.

 

Von 1979 bis 2020 war Steffen Gaitzsch als Geiger bei der Dresdner Philharmonie engagiert und gleichzeitig Mitglied des Philharmonischen Kammerorchesters.

 

Mit dem Dresdner Komponisten Rainer Lischka entwickelte sich eine weitere langjährige Partnerschaft. In letzter Zeit entstanden mehrere Liederzyklen beider Komponisten, die Steffen Gaitzsch gemeinsam mit der Sängerin Nicolle Cassel uraufgeführt hat.

 

Neben der Beschäftigung mit komponierter neuer Musik folgten durch die Bekanntschaft mit dem Schlagzeuger Günter Baby Sommer seit 1981 gemeinsame Konzerte beider mit improvisierter Musik, so z.B. bei den Donaueschinger Musiktagen. Andere Partner auf diesem Gebiet waren Barre Phillips, Gunter Hampel, Gunter Schneider, Dietmar Diesner, Hans Günter Wauer oder Andreas Scotty Böttcher.

 

So, wie er den Brückenschlag zwischen komponierter und improvisierter Musik anstrebt, sucht er auch die Verbindung zu anderen Genres. Beispiele dafür sind gemeinsame Auftritte mit dem Schriftsteller Michael Wüstefeld, mit Tänzern und Tänzerinnen (unter anderem Rainer Feistel, Katja Erfurth oder Fine Kwiatkowski) und der Lichtkünstlerin Claudia Reh.

Günter Baby Sommer

 

Günter Baby Sommer ist einer der bedeutendsten Vertreter des zeitgenössischen europäischen Jazz, welcher mit einem hoch individualisierten Schlaginstrumentarium zugleich eine unverwechselbare musikalische Sprache entwickelt hat.


Sommer wurde 1943 in Dresden geboren. Von 1962 bis 1966 studierte er an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden in der Abteilung „Tanz- und Unterhaltungsmusik“, einer der ersten Jazzabteilungen einer deutschen Musikhochschule. Damals spielte er in Formationen von Klaus Lenz, die gelegentlich auch den Sänger Manfred Krug begleiteten. Zum freien Spiel gelangte Sommer in dem Trio des Saxophonisten Friedhelm Schönfeld. Nach Ausflügen mit Ulrich Gumperts Band SOK in den Jazzrock, war Sommer wichtiger Bestandteil in dem Trio von Ernst-Ludwig Petrowksy, Synopsis – dem späteren Zentralquartett – und der Ulrich Gumpert Workshopband. Wesentlich für Sommers Entwicklung war die Entdeckung seines Solospiels in sog. Hörmusik-Programmen – und beinahe zeitgleich die Trioarbeit mit Wadada Leo Smith und Peter Kowald. Bald war Sommer einer der begehrtesten Spielpartner für alle wichtigen Musiker der europäischen Avantgarde des Freien Jazz. So führte ihn die Zusammenarbeit etwa mit Peter Brötzmann, Fred van Hove, Alexander von Schlippenbach, Evan Parker, Gianluigi Trovesi, Cecil Taylor und Anthony Braxton auf alle wichtigen internationalen Festivals. 


Außergewöhnlich ist nicht nur seine Arbeit mit dem Organisten Hans-Günther Wauer, sondern auch das reiche Werk mit Schriftstellern und Schriftstellerinnen. Seit 1985 begleitete Sommer den Nobelpreisträger Günter Grass, aber auch Christa Wolf, Christoph Hein und den Schauspieler Friedrich-Wilhelm Junge. 


Mittlerweile umfasst Sommers Diskografie über 100 Schallplatten und CDs. Die meisten davon sind auf den Labels FMP und INTAKT sowie auf französischen Labels erschienen. Hörspielmusiken, Filmmusiken, Bühnenmusiken und ein Werk für Chor und Kammerorchester gehören zu seinem Œuvre. Besondere Anerkennung für sein Werk erhielt Günter Sommer bereits 1985 durch den Kunstpreis der DDR und die Auszeichnung als Pollwinner des Internationalen Jazzforums. 

Seit 1995 lehrt Sommer als Professor an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden.
Seine musikalische Arbeit konzentriert Günter Baby Sommer derzeit auf das Solospiel, das Duo mit Wadada Leo Smith, das Trio mit Konrad Bauer und Barre Phillips sowie dem Zentralquartett. Darüber hinaus stellt er sich aber weiterhin den Herausforderungen vieler internationaler offener Gruppen.
Unter dem Titel Baby Sommer XXL hat Oliver Schwerdt sowohl Sommers durch veröffentlichte Audio-Datenträger dokumentiertes Werk als auch das von ihm genutzte Instrumentarium und die von ihm realisierten Spielweisen wissenschaftlich aufgearbeitet (Kurzfassung: Von einem der auszog, seinem Schlagzeug das Fahren und Schweben zu lehren; EUPHORIUM). Biografische Aspekte sind in der zum 70. Geburtstag Sommers herausgegeben Festschrift Jubelheft für Baby (EUPHORIUM) zu lesen.

www.babysommer.com