Programm 2022

Donnerstag 13.01.2022

Musikerleben – Ängste bewältigen, Hoffnungen schöpfen

08:30 – 14:00

Workshop

 

Europäisches Zentrum Erinnerung, Bildung, Kultur
Koźlice 1, Zgorzelec

 

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Die Grenzschließung zwischen Polen und Deutschland im Frühjahr 2020 brachte entkräftende Unsicherheiten mit sich, die in anderen Formen und extremeren Ausprägungen auch auf die Kriegsgefangenen des Stalag VIII A und auf viele andere unter Freiheitseinschränkungen Leidende wirkten.

Musikalische Werke, die in solcher Art Extremsituationen geschaffen wurden, können in diesem Workshop auf ihre musikalischen Mittel untersucht werden. Ausgehend von diesen Eindrücken sollen eigene musikalische Werke in Verarbeitung der Erfahrungen während der Grenzschließung entstehen.

Musik als Glaubensbekenntnis

14:00 – 17:00

Workshop zur Musik Olivier Messiaens
Prof. Dr. Wolfgang Müller

 

Der Workshop ist eine Veranstaltung des Bistums Görlitz in Kooperation mit dem Meetingpoint Music Messiaen e.V.

 

Anmeldung per E-Mail an: info@sankt-wenzeslaus-stift.eu

 

Sankt-Wenzeslaus-Stift
Dorfstraße 30, Jauernick-Buschbach

Die Juden von Görlitz

17:00

Vortrag

Dr. Markus Bauer

 

Kulturforum Görlitzer Synagoge
Otto-Müller-Straße, 02826 Görlitz

 

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In den Pogromen des späten Mittelalters vertrieben, konnten sich Juden erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in Görlitz wieder niederlassen. Die Neue Synagoge, 1911-14 gebaut, 1938 in der Pogromnacht geschändet, nach dem Krieg jahrzehntelang dem Verfall preisgegeben, ist heute die wichtigste Hinterlassenschaft der jüdischen Geschichte von Görlitz und wurde nun nach jahrelanger Restaurierung als Kulturforum wiedereröffnet.

Philosophische Gedanken zu Angst und Hoffnung

18:00

 

Rede

Prof. Dr. Gesine Schwan

 

anschließend

Empfang

geladene Gäste

 

Aus hygienischen Gründen der Platzkapazität ist der Empfang leider ausschließlich für geladene Gäste vorgesehen.

 

 

Kulturforum Görlitzer Synagoge
Otto-Müller-Straße, 02826 Görlitz

 

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Brückepreisträgerin Gesine Schwan verbindet im geschichtsträchtigen Kulturforum Görlitzer Synagoge mit einer Rede ihre philosophischen Gedanken zur Festivalthematik „Angst und Hoffnung“ mit aktuellen gesellschaftlichen Dynamiken in Deutschland und Polen.

 

„Dieses Aussetzen der Normalität während der Pandemie ist eine Chance, uns bewusst zu machen, dass all das, was unser Leben und Zusammenleben ausmacht, nicht selbstverständlich ist. Diese Krise kann uns bewusst machen, wie sehr wir Menschen doch auch in einer hoch individualisierten und auf Effizienz getrimmten Welt soziale Wesen sind.“

Angst und Hoffnung – Alpha es et O

20:00

 

Orgelkonzert

Denny Wilke an der Sonnenorgel

Werke von Olivier Messiaen

 

Pfarrkirche St. Peter und Paul
Bei der Peterskirche 9, 02826 Görlitz

 

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Olivier Messiaen

La Nativité du Seigneur – Neuf Méditations pour Orgue – 1. La Vierge et l’Enfant

Apparition de l’Église Éternelle 

Le Banquet céleste

L’Ascension – Quatre méditations symphoniques pour Orgue 

 

„Angst und Hoffnung“, „Werden und Vergehen“ – Wortpaare, die sich ergänzen und gleichzeitig im Widerspruch zueinander stehen, Erfahrungswerte in dieser Welt, welche wie unumstößliche Gesetzmäßigkeiten erscheinen. Solche Gesetzmäßigkeiten werden jäh durchbrochen durch das Geschehen an Weihnachten und Himmelfahrt, die den Rahmen des Konzertprogramms bilden. Auf die Erde kommt der, welcher vor allem war. Und er wird an Himmelfahrt entrückt mit der Zusage steter, nicht endender Präsenz: „Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Ein Hoffnungsgedanke in Krisenzeiten.

Freitag 14.01.2022

Angst und Hoffnung aus theologischer und philosophischer Perspektive

10:00 – 12:00

Workshop
Generalvikar Dr. Alfred Hoffmann

 

Der Workshop ist eine Veranstaltung des Bistums Görlitz in Kooperation mit dem Meetingpoint Music Messiaen e.V.

 

Anmeldung per E-Mail an: info@sankt-wenzeslaus-stift.eu

 

Sankt-Wenzeslaus-Stift
Dorfstraße 30, Jauernick-Buschbach

Zwischen Abgrund und Erlösung; Olivier Messiaens „Quartett auf das Ende der Zeit“. Eine Einführung in das Werk.

14:00 – 16:00

Workshop
Dr. Albrecht Dümling

 

Der Workshop ist eine Veranstaltung des Bistums Görlitz in Kooperation mit dem Meetingpoint Music Messiaen e.V.

 

Anmeldung per E-Mail an: info@sankt-wenzeslaus-stift.eu

 

Sankt-Wenzeslaus-Stift
Dorfstraße 30, Jauernick-Buschbach

Raum auf Zeit - Die Baracke am Görlitzer Zentralhospital

15:30

Vortrag

Kai Wenzel

 

Kulturhistorisches Museum Görlitz
Barockhaus Neißstraße 30, Johannes-Wüsten-Saal

 

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Die Holzbaracke am Görlitzer Zentralhospital ist ein ungewöhnliches Baudenkmal der Moderne. Hergestellt nach Typenplänen von einem Holzbauwerk in Görlitz-Moys (heute Zgorzelec-Ujazd), fungierte sie seit 1942 als Erweiterung des Hospitalgebäudes. Da sie inzwischen für einen Neubau weichen musste, wird die Baracke derzeit vorbereitet auf das Gelände der Gedenkstätte Stalag VIII A in Zgorzelec versetzt zu werden. Der Vortrag stellt die Geschichte dieser Baracke vor und betrachtet anhand von Vergleichsbeispielen ihren historischen Kontext.

Trotzdem!

17:00

Konzerteinführung

Dr. Albrecht Dümling

 

18:00

Kammerkonzert

Lukas Stepp, Ludwig Faust, Matan Gilitchensky, Nobert Anger, Maria Yulin

Werke von V. Ullmann, G. Klein, S. Laks, O. Messiaen, J. Koffler, D. Schostakowitsch

 

Weinbar „Benigna“
Untermarkt 1, 02826 Görlitz

 

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Lukas Stepp – Violine

Ludwig Faust – Violine

Matan Gilitchensky – Viola

Norbert Anger – Violoncello

Maria Yulin – Piano

 

Viktor Ullmann – Streichquartett No. 3
Gideon Klein – Streichtrio
Szymon Laks – Klavierquintett
Olivier Messiaen– Pièce für Klavier und Streichquartett
Józef Koffler– Ukrainische Skizzen
Dmitri Schostakowitsch – Streichquartett No. 1

 

Manchmal träumt Musik vom Leben ohne Angst. Oft dann, wenn die Angst das Leben bestimmt. Dieses Spannungsverhältnis verbindet die meisten der sechs Werke dieses kammermusikalischen Abends, dargeboten von Musikern der Sächsischen Staatskapelle Dresden, der Dresdner Philharmonie und der Komischen Oper Berlin, gemeinsam mit der freischaffenden Pianistin Maria Yulin. Das Konzert möchte Werken von Komponisten Raum geben, die durch totalitäre Regime unterdrückt, verfolgt, gefangen bzw. ermordet wurden.

Już się zmierzcha – Es ist schon Abend

21:00

 

Polnisch-deutsches Chorkonzert

Ensemble der EUROPA CHOR AKADEMIE, Jan HoffmannWiesław Delimat
Werke von W. z Szamotuł, H. Schütz, M. Zieleński, J. S. Bach, K. Penderecki, W. Kilar u.a.

 

Bonifatiuskirche
Emilii Plater, 59-900 Zgorzelec

 

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EUROPA CHOR AKADEMIE

Jan Hoffmann – Dirigat

Wiesław Delimat – Dirigat

 

Angesichts des wieder aufkommenden Nationalismus in vielen Ländern Europas und der Welt wird den Sängern und Sängerinnen der EUROPA CHOR AKADEMIE regelmäßig bewusst, wie wenig selbstverständlich dieser vielstimmige und harmonische Europa-Chor ist. Das in allen Facetten grenzübergreifende Chorkonzert mit Werken u.a. von Krzysztof Penderecki, Johann Sebastian Bach, Wojciech Kilar und Heinrich Schütz möchte seinen Blick richten auf die vokalmusikalische Auslegung der Emotionen um Angst und Zuversicht in geistlichen Werken.

 

Das Programm liegt in Form eines Flyers zum Konzert aus.

Eintritt frei – Nach dem Konzert bittet die Kirchgemeinde um Spenden.

 

Samstag 15.01.2022

Texte von Kriegsgefangenen erzählen von Angst und Hoffnung im Leid

11:00

Lesung

Jens Nagel, Dr. Violetta Rezler-Wasielewska, Kinga Hartmann-Wóycicka

 

KommWohnen Görlitz GmbH
Konsulstraße 65, 02826 Görlitz

 

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Der polnische Schriftsteller Zdzisław Nardelli blieb in diversen Lagern literarisch produktiv, organisierte während dieser Zeit Konzerte, leitete Theater wie auch Bibliotheken. Mit dieser Schaffenskraft ermöglichte er Messiaens Uraufführung – auch indem er ihn durch die Anstellung als Hilfsbibliothekar schützte.

Bewegende Selbstzeugnisse von Kriegsgefangenen werden von Gedenkstättenleitenden verlesen und historisch eingeordnet.

Helden der letzten Kriegstage

13:00

Führung über den Soldatenfriedhof
Urszula Zubrzycka


Soldatenfriedhof der 2. Polnischen Armee
Bohaterów II Armii Wojska Polskiego 23, 59-900 Zgorzelec

Die Gedenkstätte Stalag VIII A

14:30

Führung

Prof. Dr. Rolf Karbaum

 

Europäisches Zentrum Erinnerung, Bildung, Kultur
Koźlice 1, Zgorzelec

 

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Am Eingang des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers begrüßt uns eine Stele, die auf Initiative ehemaliger französischer und belgischer Kriegsgefangener errichtet worden ist und an das Leid der etwa 120 000 Menschen erinnert, die diesen Ort mit ihrem Märtyrertum heiligten. Von hier aus sehen wir vor uns das Lagergelände hinter dem Stacheldraht, auf dem einst ca. 60 Baracken standen. Links neben uns erhebt sich ein hochmodernes Gebäude, das nach jahrelanger Vorarbeit 2014 errichtet wurde. Auch dessen spannende Geschichte soll erzählt werden.

Quatuor pour la fin du temps

16:00

 

Konzert

Ioana Cristina Goicea, Friedrich Thiele, Joë Christophe, Lucas Krupinski

 

Europäisches Zentrum Erinnerung, Bildung, Kultur
Koźlice 1, Zgorzelec

 

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Ioana Cristina Goicea – Violine 

Friedrich Thiele – Violoncello

Joë Christophe – Klarinette

Lucas Krupinski – Piano

 

Die Aufführung des Quatuor pour la fin du temps von Olivier Messiaen am Ort der Uraufführung bildet das ideelle Zentrum und damit den Ursprung des Festivals. Das Werk wird in diesem Jahr durch ein junges und renommiertes Ensemble interpretiert, das nach einer internationalen Ausschreibung für dieses so besondere Konzert auserkoren worden ist. Vier junge Menschen aus Deutschland, Frankreich, Polen und Rumänien, die sich aus einer überwältigend großen Schar von Bewerbungen hervorgetan hatten und allesamt bereits Preise renommierter internationaler Wettbewerbe errungen haben, möchten uns jenen Schlüssel zum Gedenken mittels der Kraft der Musik überreichen.

Im Zeichen des Regenbogens

20:00

 

Konzert

Günter Baby Sommer, Steffen Gaitzsch und Johannes Enders

 

Europäisches Zentrum Erinnerung, Bildung, Kultur
Koźlice 1, Zgorzelec
 

 

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Günter Baby Sommer – Schlagzeug und Percussion

Steffen Gaitzsch – Violine

Johannes Enders – Tenor- und Sopransaxophon

 

Im Anschluss an die alljährliche Aufführung des Quatuor pour la fin du temps von Olivier Messiaen führt in diesem Konzert ein Trio um die Dresdner Jazz-Legende Günter Baby Sommer in einer improvisierenden Auslegung und Interpretation Messiaens Quartett in die Welt des Free-Jazz über.

Die Musiker nähern sich diesem Werk als freie Improvisatoren, die den Notentext als Ausgangspunkt für einen klanglichen Ausflug in die unergründlichen Sphären von Spontanität und Zauber des Augenblicks nutzen.

Sonntag 16.01.2022

Heilige Messe mit Gedanken zu Angst und Hoffnung und Werken Messiaens

10:00

Messe

Generalvikar Dr. Alfred Hoffmann, Domkantor Thomas Seyda

 

Heilig Kreuz Kirche
Struvestraße 19, 02826 Görlitz

Gemeinsamer Brunch als Forum des Gesprächs

12:00

Brunch

Festivalteam, Festivalakteure und -akteurinnen, Besuchende

 

Hinweise: nicht im Festivalticket enthalten, Restaurant wird vor Festivalbeginn kurzfristig bekanntgegeben

Prośba o piosenkę – Bitte um ein Lied

15:00

 

Liedkonzert

Ania Vegry, Katarzyna Wasiak, Frank Harders-Wuthenow
Werke von S. Laks, O. Messiaen, M. Ravel, F. Poulenc, K. Weil

 

Europäisches Zentrum Erinnerung, Bildung, Kultur
Koźlice 1, Zgorzelec

 

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Ania Vegry – Sopran

Katarzyna Wasiak – Piano

Frank Harders-Wuthenow – Moderation

 

Das Liedprogramm hat seinen Ursprung in Liedern des polnisch-französischen Überlebenden des KZ Auschwitz Szymon Laks und wird erweitert durch Lieder aus Messiaens Zyklus Chants de Terre et de Ciel und weiterer Komponisten, die in jener Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg in Paris wirkten: Maurice Ravel, Francis Poulenc und Kurt Weill.

 

Das Programm wurde in Kooperation mit Deutschlandfunk Kultur für Rundfunk und CD produziert und von Frank Harders-Wuthenow initiiert, der moderierend durch die facettenreichen Kontexte des Konzerts führt.