Programm 2026

Freitag 1.5.2026

Ausstellung und Kennenlernen

Pop-Up-Exhibition in der Görlitzer Altstadt

14:00-20:00 Austellung
16:30-17:30 Konzert für Solosopran

Ausstellung

 

EuropaChorAkademie (Catie Leigh Laszewski)
Meetingpoint Memory Messiaen (Mateusz Kowalinski)

 

Görlitzer Altstadt

 

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Zu Beginn der Messiaen-Tage bekommt das Görlitzer Stadtpublikum die besondere Gelegenheit, das Festival und seine Veranstalter:innen, im Rahmen der Pop-Up-Ausstellung mitten in der Görlitzer Altstadt kennenzulernen.

 

Besucher:innen sind eingeladen, spontan mit Beteiligten des Festivals in Kontakt zu treten, Fragen zu stellen und Einblicke in die Messiaen-Tage zu gewinnen, während die Ausstellung selbst Hintergründe zum Festival selbst, der Person Messiaen und zur Gefangenschaft im Stalag VIII A Görlitz liefert.

 

Zwischen Ausstellung und Performance entsteht ein Raum der Begegnung, in dem sich das Publikum frei bewegen, entdecken und ins Gespräch kommen kann.

 

Begleitet wird dieses offene Format von 16.30 bis 17.30 Uhr von der Sopranistin Catie Leigh Laszewski, deren Auftritt der Ausstellung eine musikalische Dimension verleiht.

 

In einem Konzert für Solosopran interpretiert sie ausgewählte Werke von Olivier Messiaen sowie weitere Kompositionen, um das Publikum bereits zu Beginn der Messiaen-Tage mit dem Klang von Messiaen in der Stadt vertraut zu machen. Dieses Konzert entsteht aus der langjährigen Kooperation des Meetingpoints Memory Messiaen mit der EuropaChorAkademie Görlitz.

 

Live-Act: Messiaen revisited

19:00

 

Konzert

 

Ensemble Écoute

 

Gedenkstätte Stalag VIII A
ul. Jeńców Stalagu VIII A 1, Koźlice, 59-900 Zgorzelec

 

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Im August 2025 trafen sich 25 junge Musiker:innen aus Deutschland, Frankreich und Polen an der deutsch-polnischen Grenze, um gemeinsam zu musizieren und ein Programm zu entwickeln, das mit dem Werk und der Person Olivier Messiaen in klarer Verbindung steht. Dabei standen ihnen das Pariser Ensemble Écoute, Flötistin Helen Bledsoe sowie die Komponist:innen Martin Matalon, Tristan Murail und Grażyna Pstrokońska-Nawratil – letztere studierten bei Messiaen selbst – begleitend zur Seite. In diesem Konzert entfalten sich nun die musikalischen Ergebnisse dieser Begegnung: mit Werken von Tristan Murail, George Benjamin und den aufstrebenden Komponist:innen aus Polen, Frankreich und Deutschland stellen sich neue Stimmen in einen Dialog mit dem musikalischen Erbe.


Samstag 2.5.2026

Musik gegen die Zeit

Messiaens Quartett in Kriegsgefangenschaft

11:00

 

Führung

 

Dr. Katarzyna Bartos
Dr. Johannes Bent

 

Gedenkstätte Stalag VIII A,
ul. Jeńców Stalagu VIII A 1, Koźlice, 59-900 Zgorzelec

 

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Diese außergewöhnliche Führung verbindet historische Forschung mit musikalischer Reflexion. Der Historiker Dr. Johannes Bent und die Musikwissenschaftlerin Dr. Katarzyna Bartos führen durch die Gedenkstätte Stalag VIII A und beleuchten Olivier Messiaens Zeit im Lager sowie die Entstehung seines Quartetts auf das Ende der Zeit. Dabei wird sowohl auf die historische Perspektive, die Klanglandschaft des Ortes und die Betrachtung der Musik geachtet, um einen neuen Blick auf die Bedingungen der Gefangenschaft und auf die Kunst, die an diesem Ort entstand, zu entwickeln.


Zwischen Tradition und Avantgarde

Messiaens Werk und heutige Musik

15:00

 

Podiumsdiskussion

 

Prof. Grażyna Pstrokońska-Nawratil
Katarzyna Bartos
Dr. hab. Adam Porębski

 

Die Veranstaltung ist kostenlos.

 

Miejski Dom Kultury
Parkowa 1, 59-900 Zgorzelec

 

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In einem besonderen Gespräch begegnen sich die Erinnerung an Olivier Messiaen und eine musikalische Spurensuche: Prof. Grażyna Pstrokońska Nawratil, weltweit bekannte Komponistin und ehemalige Studentin bei Olivier Messiaen, teilt ihre Erinnerungen an den französischen Meister. Darüber spricht sie mit Dr. Katarzyna Bartos, Musikwissenschaftlerin und Expertin für zeitgenössische Musik und besonders auch für das Werk von Messiaen und Pstrokońska-Nawratil. Gemeinsam mit dem Komponisten Dr. hab. Adam Porębski, der das Podiumsgespräch moderieren wird, erkunden sie die Musik der Gegenwart – auf analytischer, kultureller und zeitgeschichtlicher Ebene.

Klangräume: ein kammermusikalischer Liederabend

19:00

 

Konzert

 

EuropaChorAkademie Görlitz
Ensemble Écoute

 

Ständehaus
Dr.-Kahlbaum-Allee 31, 02826 Görlitz

 

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Die Messiaen-Tage arbeiten seit Jahren in einer engen Partnerschaft mit der EuropaChorAkademie Görlitz und dem Ensemble Écoute aus Paris zusammen. Dieser gemeinsame Abend soll die Wichtigkeit dieser Kooperation unterstreichen und eine intime Erfahrung der vokalen Kammermusik bieten. Im Ambiente des Ständehauses werden Werke für Kammermusikensemble präsentiert, die dem Publikum in verschiedener Weise Raum zur Introspektion, Nähe und neue Hörerfahrungen bieten.



Sonntag 3.5.2026

NS-Zwangsarbeit in Görlitz

11:00

 

Fahrradtour

 

Alexandra Grochowski

 

Vorplatz des ehem. Güterbahnhofs (jetzt Freie Waldorfschule)
Bahnhofstraße 80, 02826 Görlitz

 

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Die Europastadt Görlitz-Zgorzelec ist in vielerlei Hinsicht einzigartig, so auch in der eigenen deutsch-polnischen Aufarbeitung der Geschichte der Stadt als Gewaltort zur Zeit des NS Regimes. Neben dem Kriegsgefangenenlager Stalag VIII A finden sich Spuren der Gewalt auch im Stadtgebiet von Görlitz – der Zwangsarbeit, die von Menschen, sowohl Gefangene als auch Zivilist:innen, hier verrichtet wurde. Wer war in Görlitz von Zwangsarbeit betroffen – und was wissen wir heute über ihre jeweils spezifischen Lebens- und Arbeitsbedingungen? Bei einer Führung in Form einer Fahrradtour zeigt Alexandra Grochowski, Geschäftsleiterin des Meetingpoint Memory Messiaen e.V., den Teilnehmenden einige Orte der Zwangsarbeit und setzt sie in den Kontext des neusten Forschungsstandes.


Stand der Forschung zum Stalag VIII A

14:00

 

Werkstattgespräch

 

Dr. Johannes Bent

 

Schlesisches Museum zu Görlitz
Brüderstraße 8, 02826 Görlitz

 

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Fast täglich erreichen den Meetingpoint Nachrichten von Familien ehemaliger Kriegsgefangener des Stalag VIII A, die auf der Suche nach Informationen über die Haftzeit ihrer Angehörigen sind oder selbst Informationen liefern. Der Austausch besonders mit den Nachfahr:innen französischer und belgischer Gefangener zeugt eindrücklich von den Nachwirkungen des Stalag VIII A Görlitz und seiner anhaltenden Bedeutung als Erinnerungsort im Gedächtnis vieler Familien. Dr. Johannes Bent gibt in einem Werkstattgespräch Einblick in aktuelle Aktivitäten des Meetingpoints hinsichtlich der Weitervermessung des Stalag VIII A als Gewalt- und Erinnerungsort. Die Veranstaltung gibt dabei auch Raum für den offenen Austausch über Perspektiven der Forschung und Erinnerung.


Displaced Persons

entwurzelt, vertrieben – Heimat allein im Sehnsuchtsort MUSIK

17:00

 

Konzert

 

Sinfonietta Dresden
Milko Kersten (Musikalische Leitung)
Alexander Estis (Texte und Lesung)

 

 

Kulturforum Görlitzer Synagoge
Otto-Müller-Straße 3, 02826 Görlitz

 

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Unter der Leitung von Milko Kersten führt Sinfonietta Dresden Kompositionen auf, die Gefahr laufen, dem kollektiven Gedächtnis zu entschwinden. Dies betrifft z. B. die jüdischen Komponistinnen Vítězslava Kaprálová und Rosy Wertheim. Für Menschen, die von Krieg, Vertreibung und kultureller Entwurzelung betroffen sind, kann Musik Sehnsuchtsort und Zuflucht sein. Sie ist immer Teil humaner Sinnstiftung. So heißt Verantwortung wahrzunehmen immer auch Hinschauen, Zuhören, Benennen und Empathie entwickeln.

 

Volker Sondermann wird zum Zyklus-Thema neu komponieren und mit einem Stück des israelisch-palästinensischen Komponisten Samir Odeh-Tamimi einen Rahmen bilden. Dresdens Stadtschreiber 2025, Alexander Estis, liest Texte, die er eigens für diese Konzerte mit den Musiker:innen als poetische Klang-Sprache entwickelt.